Was mich antreibt

Ich komme vom Land und wollte schon als Mädchen Fußball spielen. Aber das schickte sich nicht. Stattdessen ging es für mich in die evangelische Jugendarbeit. Im Krippenspiel zu Weihnachten war ich immer die Maria. Und ich glaub, ich war eine gute Maria.  Aber – ich wollte doch eigentlich das Andere: Fußball.

Mein anderer Traum war immer, Klavier zu spielen. Mein Vater aber war Hilfsarbeiter und meine Mutter Putzfrau. Letztendlich erhielt ich in kostenfreien Stunden Gitarrenunterricht beim Pastor. Ich hab das gerne gespielt und ich bin dem Pastor dankbar – zumal mir das später beim Singen von Arbeiterliedern geholfen hat. Ich konnte gut Gitarre spielen. Aber ich wollte doch das Andere: Klavier.

Im Studium das Gleiche. Ich wollte eigentlich was anderes studieren. Ein Arbeiterkind, das Psychologie studiert? Kein Zutrauen der Umwelt, niemand hat mich ermutigt. Zweifel. Hab das, was ich studiert habe, dann aber trotzdem sehr gut gemacht. Aber ich wollte doch das Andere: Psychologie.

Die Erfahrungen, aufgrund von äußeren Bedingungen nicht tun zu können, was man gerne möchte, hat mich motiviert, eben das für andere verbessern zu wollen: Ich wollte und will, dass es anderen nicht so geht. Deshalb bin ich seit 30 Jahren aktiv in der SPD. Deshalb lebe ich eine Kultur der Ermutigung, und das privat wie beruflich. Deshalb bin ich stolz, wenn Kolleginnen und Kollegen von der Arbeiterwohlfahrt heute über mich sagen: „Die schätzt uns wert. Die lässt uns machen. Deshalb sind wir stark“.

Das ist mein Anspruch. Wer eine Idee hat, findet bei mir Unterstützung. Ich bin Geschäftsführerin der AWO Weser-Ems. Aber ich bin nicht Chefin von oben herab, sondern leite gemeinsam. Im Team. Ich helfe meinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, Höchstleistung bringen zu können, bei dem, was ihnen wichtig ist. Ich glaube an Solidarität und Ermutigung. Ich möchte das Richtige gut machen.